PFARRBRIEF Nr. 07/2021 vom 25. Juli bis 26. September 2021

Wallfahrtskirche Lohwinden

Liebe Freunde,

neulich bin ich im Internet auf eine Webseite von einem jungen evangelischen Pastor und Follower namens Gunnar Engel gestoßen. Er betreut eine Gemeinde in Norddeutschland. Bei ihm habe ich den folgenden Text gelesen. Er spricht mir aus dem Herzen. Ich empfehle Ihnen diese Worte:

SORRY, ABER ZUR KIRCHE MÜSSTEST DU SCHON KOMMEN.
Es gibt eine Frage, die ich recht häufig höre: „Müssen Christen denn eigentlich zur Kirche gehen?“ Oder manchmal auch so formuliert: „Ich gehe zwar selten in die Kirche, bin aber trotzdem Christ.“ Meine Antwort macht Menschen leider manchmal wütend. Meine Antwort ist: Ja, du musst zur Kirche gehen. Zumindest wenn du in deinem Glauben wachsen und ein erwachsener und reifer Christ werden willst. Du musst einer Gemeinde beitreten, mit ihr ein gutes Stück gehen (vielleicht bis zum Ende) und dort ein aktives Mitglied sein. Nicht bloß zurücklehnen, sondern mitmachen. Die Kirche muss ein integraler Bestandteil deines Lebens sein. Zuerst aber noch zu den Einschränkungen. Erstens: Wer nicht an Gott glaubt, braucht auch nicht zur Kirche gehen. Da besteht kein Grund. Zweitens: Das gleiche gilt für Mitglieder einer anderen Religion. Wann und wie oft Muslime in die Moschee gehen, ist nicht mein Thema. Drittens: Ich sage nicht, dass ein Christ, der selten kommt, falsch ist oder ein schlechter Mensch. Viertens: Du bist nicht an deine Kirche gebunden. Wenn du nach eingehender Überlegung zu dem Schluss kommst, in einer anderen Gemeinde besser aufgehoben zu sein, suche das Gespräch. Hier sind die Gründe, warum Christen zur Kirche gehen sollen: Christsein ist ein Teamsport. Ich bin kein Meister der Sportanalogie. Könnte an meiner Unsportlichkeit liegen. Aber: Stell dir vor, die bist ein spitzenmäßiger Stürmer. Wenn du jetzt nur in einem Hinterhof spielst und gegen die Hauswand kickst, wirst du keinen großen Fortschritt machen. Du brauchst einen Platz, Tore, Torwart, Verteidigung, ein eigenes Team, usw. Das gleiche gilt fürs Christsein. So richtig klappt es alleine nicht. Gemeinschaft ist ein Grundsatz des Christseins. Nicht umsonst nutzt Paulus das Bild eines Leibes mit vielen verschiedenen Gliedern (1Kor 12). Vereint durch Jesus sind wir eine Gemeinschaft.

Es dreht sich nicht alles um dich. Wir sind als Kirche dazu ausgesendet anderen zu dienen, ebenso wie uns von anderen gedient werden soll. Die Kirche ist eine große Dienstgemeinschaft. Und ob du es glaubst oder nicht: Du hast Gaben und Talente, die deine Glaubensgeschwister brauchen. Wenn du nicht da bist, fehlt etwas. Die Mitglieder deiner Gemeinde, ebenso dein Pastor, werden dich verrückt machen, dir auf die Nerven gehen und dir zu nahetreten. Und genau das soll auch passieren. Werden wir in unseren Ansichten und Einstellungen herausgefordert, merken wir erst wo wir geradestehen. Vielleicht merken wir sogar – Oh mein Gott! – dass wir nicht besser sind, als all diese anderen in den Bänken.

Die Mitglieder deiner Gemeinde werden dir Aspekte Gottes zeigen, die du noch nie gesehen hast. Während wir unsere Geschwister kennenlernen und ihnen zuhören, wie sie ihre Geschichte wieder und wieder erzählen, werden wir merken, dass sie Gott auf Arten erfahren haben, die uns unbekannt sind. Nach und nach fügen sich diese Aspekte für uns zu einem immer größeren Bild zusammen.
Deine Gemeindegeschwister werden dich inspirieren und trösten. OK, manche werden dich enttäuschen. Weil wir Menschen sind und Menschen so etwas tun. Aber du wirst genauso Christinnen und Christen finden, die mit dir lachen und weinen. Die deine Hand auf einer Beerdigung halten. Die dich besuchen, wenn du krank bist. Wenn alles dunkel wird, werden sie dir sagen, dass am Ende alles in Ordnung sein wird, weil sie – und Gott – an deiner Seite sind.
Du wirst viel lachen. Du wirst singen und beten. Na klar. Vielleicht auch mal gelangweilt werden, hibbelig sein. Aber vor allem wirst du Freude empfinden. Jede Kirche ist ein Mikrokosmos der menschlichen Komödie. Und wenn du nicht darüber fluchst, wird dich der surreale Wahnsinn des Ganzen nicht loslassen.

Für die Sommer- und Urlaubszeit wünsche ich Ihnen viele besondere, erholsame und schöne Momente. Kommen Sie immer gesund und glücklich nach Hause zurück! Dazu gibt es ein polnisches Sprichwort: „Überall ist es gut, aber zu Hause ist es am besten!“

In diesem Sinne – eine gesegnete Zeit Ihr Pfr. Przemyslaw Nowak

Der Onlinepfarrbrief Nummer 7/2021 zum Herunterladen!